Unterwegs

28 11 2007

 

So, auf zur letzten Tour. Die nächsten 18 Tage sind wir unterwegs in Namibia, Botswana, Zimbabwe und Sambia. Danach geht’s an gleicher Stelle weiter. Ich werde euch vermissen ;)





Junge Alte

24 11 2007

Es gibt Veranstaltungen mit Säälen voller Teenies, Alkopops und jungen Burschen, lauter Musik und zu schlecht gekleideten Menschen. Meist steht man nur dumm in irgendeiner Ecke rum, fühlt sich zu alt und fragt sich was man hier eigentlich tut.

Doch was soll man dazu sagen? Gestern Abend wollten wir zum Konzert eines bekannten Afrikaans Liedermachers (Koos Kombuis). Doch am Einlass wurde je ich als gestoppt. Während die anderen ungehindert reinkamen hieß es für mich: „Your ID please!”. Ausweis, wofür?! „You are not old enough“. Bitte?! Ähm…Danke! Obwohl ich der Älteste unserer Gruppe war, sehe ich laut Türsteher aus wie knappe 20, sprich nicht alt genug für solch eine Veranstaltung. Dank Nancys Überredungskünsten ließ er mich doch passieren. Ich sehe es als Kompliment.

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Das ich gealtert bin, ist doch
deutlich zu erkennen!

Das bringt eben ein Leben ohne Exzesse, Drogen und Alkohol so mit sich.





In Bildern

23 11 2007

Bloemfontein. Für viele Einwohner der Inbegriff von Langeweile. Dem kann ich nicht zustimmen. Sobald man das Haus verlässt sieht und erlebt man ständig spannende Dinge. Vielleicht nicht immer positiv aber interessant. Hier eine kleine Auswahl von Momentaufnahmen.

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Schnippelmeister

23 11 2007

Das Semester an der CUT ist so gut wie vorbei. Das wir neben dem Braaien und Reisen auch feste studieren, beweist dieser Eintrag. Gestern war der Termin für die Abgabe unseres letzten Projektes für „Language of Advertising“.

Aufgabe war es, ein Produkt zu designen oder für einen Event zu werben. Natürlich sollte die Entscheidung für ein Design auch gut begründet werden.

Meine Wahl viel auf eine Werbung für den FIFA World Cup 2010, der ja bekanntlich in Südafrika stattfindet. Für den informierten Leser sicher keine Neuigkeit aber einige Spiele werden auch hier in Bloemfontein ausgetragen. Wahnsinn!

Die Stadt besitzt einen einzigartig hässlichen Bau. Das „Sand Du Plessis“ Gebäude mit dem zusammenhängenden „Andre Huguenet“ Theater. Angeblich hat der Bau des Hauses 60 Millionen Rand gekostet, wofür sicher kein einziger Rand für Ästhetik ausgegeben wurde.

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Nichtsdestotrotz habe ich dieses Gebäude als Model nachgebaut und mit einer großflächigen Werbung überzogen.

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So sollte es aussehen…

…und das ist dabei rausgekommen

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Das ganze Geschnippel, Gedrucke, Geleime, Geschneide, Gestalte und Gefummel hat mich zwar jede Menge Zeit gekostet, dennoch bin ich recht stolz auf das Resultat. Sicher, es ist nicht maßstabsgetreu aber dennoch frage ich mich warum ich so selten bastle. Hat es doch meditatives. Man kann in sich kehren und dazu beruhigt es noch ungemein.

Über Sinn und Unsinn lässt sich streiten, ich hatte auf jeden Fall Spaß beim basteln.
In diesem Sinne – Leim ab!





Der goldene Käfig

19 11 2007

Bei einem kurzen Ausflug nach Johannesburg, hatten wir vergangenes Wochenende die Gelegenheit die Stadt zu besichtigen. Ehrlich gesagt hatte ich vor meiner Reise nach Südafrika nicht gerade große Lust Joburg zu besichtigen. Gilt sie doch als gefährlichste Stadt der Welt. Ständig liest man von Car-Hijacking, Raubüberfällen und das die Zahl der Morde die der tödlichen Verkehrsunfälle übersteigt. Warum also hier herkommen?

Die Menschen in Südafrika leben in ständiger Angst. Vornehmlich die weißen Südafrikaner. Man verschanzt sich hinter riesigen Mauern mit Stacheldraht oder Elektrozäunen, hat die modernsten Sicherheitssysteme eingebaut und zu Fuß geht man überhaupt nicht. Vor den Wohngebieten stehen Sicherheitsbeamte, sie kontrollieren wer ein und aus fährt. Natürlich setzt diese Lebensweise ein bestimmtes Einkommen voraus. Wer nicht genug Geld in den Taschen hat, der muss mit weniger Zaun, weniger Draht und weniger Sicherheit leben.

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Einige Beispiele:

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Niemandem wird vertraut. In einigen Geschäften in Johannesburg werden Produkte die man kaufen möchte, in einem Käfig verschlossen. Zu viele negative Erfahrungen mit Diebstählen.

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Auf den Nationalstraßen nahe der Townships warnen Schilder vor gefährlichen Objekten auf der Straße. Nachts liegen dort häufig Gegenstände auf der Straße, die die Autofahrer zum Anhalten zwingen. Nicht selten wird man dann Opfer eines Raubüberfalls.

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Selbst die Ausfahrten der Einkaufszentren sind durch ein Nagelbett gesichert.

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist riesig. Während ein Teil der Bevölkerung Südafrikas im golden Käfig wohnt (nicht ausschließlich Weiße), lebt der andere Teil in den Townships. Das ist meist eine riesige Anzahl von ungeordnet gebauten Wellblechhütten oder Bretterbaracken, die zur Zeit der Apartheid für die schwarze Bevölkerung eingerichtet wurden. Die Lebensverhältnisse dort sind mehr als miserabel. Strom gibt es nicht überall, auch sauberes fließendes Wasser ist eine Seltenheit.

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Die Menschen dort leben am Rande des Existenzminimums. Arbeitslosigkeit, Hunger und der Alkohol treiben einige der Bewohner in die Stadtzentren der großen Städte. Dort geschehen dann die Verbrechen, von denen fast jeder Weiße erzählen kann. Kaum einer ist dabei der nicht einen Freund, einen Angehörigen oder Bekannten durch Mord verlor. Viele waren selbst schon Opfer. In jedem Schwarzen wird ein möglicher Täter gesehen. Man geht sich aus dem Weg.

Man erntet das, was man sät. Nach mehr als 40 Jahren Unterdrückung der Schwarzen und Farbigen während der Apartheid sind viele jetzt bereit sich das zu nehmen, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht. Das stürzt bestimmte Teile Südafrikas schon jetzt ins Chaos. Die Stadtzentren der Metropolen, früher Dreh- und Angelpunkt der Wirtschaft, sind jetzt oft wie leergefegt. Durch die andauernde Kriminalität haben sich viele Unternehmen aus den Stadtzentren zurück gezogen. Die Gebäude stehen oft leer. Auch die Bewohner der Innenstädte hält dort nichts mehr. Man zieht in die Vororte, weit weg vom gefährlichen Stadtzentrum und dem ebenso gefährlichen (für Weiße) Township.

Man fühlt sich gegenüber der Gewalt machtlos. Die überwiegend schwarze Regierung ist in ihrem Handeln stark eingeschränkt. Korruption und Bestechung bestimmen das Handeln. Vor Jahren versprach man, das den Schwarzen bald besser geht und man genauso leben kann wie die Weißen. Alle sollten ihre eigenen Häuser bekommen. Mit diesen leeren Worthülsen traf man bei der ungebildeten Bevölkerung, im wahrsten Sinne des Wortes, direkt ins Schwarze. Da dies bis jetzt nicht eintraf, fühlen sich viele Schwarze von der Obrigkeit im Stich gelassen. Ganz zu schweigen von den Weißen, die von einer schwarzen Regierung nichts erwarten.

Dennoch fühlt man an manchen Orten eine Aufbruchstimmung in eine rosige Zukunft, doch größtenteils spürt Resignation. Besonders in den großen Städten wie Johannesburg. Was die Zukunft bringen wird weiß keiner, doch sicher ist, dass sich noch viel ändern muss um im gegenseitigen Einklang und vor allem in Sicherheit leben zu können. Ein langer und schwerer Weg liegt vor den Südafrikanern.





Rücksichtslose Bordsteinkanten

9 11 2007

Glücklicherweise habe ich Ersatz gefunden. Ersatz für mein geliebtes Canyon Iowa. So konnte ich mich auf machen Bloem und Umgebung mit dem Rad zu erkunden.

Rad fahren in Südafrika. Das klingt sicher traumhaft, doch das ist es nur bedingt. Ständig hat mit allerlei Gefahren zu kämpfen, von Überfällen mal ganz abgesehen. Anders als in Deutschland, gibt es hier keine Fahrradwege. Man kann schon froh sein, wenn man einen halbwegs intakten Fußweg findet. Doch die sind meist mit allerlei Hindernissen versehen. Fehlende Gehwegplatten, Müll, meterhohe Bordsteine, Löcher und Glasscherben, um nur einige zu nennen.

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Wenn üblicherweise kein Fußweg zum Fahren zur Verfügung steht oder er sich plötzlich nach der nächsten Kurve in Luft auflöst, dann muss man wohl oder übel auf die Straße ausweichen. Doch Obacht! Straßen in Südafrika sind im wahrsten Sinne ein gefährliches Pflaster. Wahrscheinlich bekommt ein Großteil der Südafrikaner ihren Führerschein zur Volljährigkeit geschenkt, anders ist ihre Fahrweise nicht zu erklären. Man wird geschnitten, fortwährend angehupt, bedrängt. Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen, das scheint hier unbekannt zu sein. Ein Radfahrer hat hier auf der Straße nur so viel zu suchen, wie ein Hamster in einer Mikrowelle. Aus diesem Grund sieht man auch nur äußerst selten andere Radfahrer (oder die wurden schon alle überfahren).

Doch wenn man erst einmal abseits der Straße angelangt ist und noch lebt, dann ist es wirklich traumhaft. Unberührte Landschaften, vorbei an Giraffen, Straußen und seltsamen „Riesenhamstern“.

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Aufpassen sollte man dennoch. Denn es gibt auch zwei die sich nicht ganz vertragen.

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…und noch ein paar Impressionen…

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Da wird sogar René Tann neidisch.