Berichtigung

24 01 2008

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Ich bin wohlbehalten zurück aus Südafrika. Nun gilt es mein südafrikanisches Halbwissen, welches ich vor meinem Aufenthalt zum besten gab, zu berichtigen.

  • Apartheid bis 1994
    …das Ende der Apartheid wurde besiegelt im April 1994

  • Burenkrieg
    …genaugenommen gab es zwei, der Erste zwischen 16. Dezember 1880 und dem 23. März 1881 und der Zweite von 1899 – 1902. Hier kämpften die Buren (nl. Boer = Bauer) gegen die Briten. Die weißen Südafrikaner sind heute mächtig stolz, dass die wenigen Buren dem großen englischen Heer Paroli bieten konnten. Verloren haben sie dennoch. Macht auch nichts, trotz der alten Fehde zwischen weißen Südafrikanern und Briten gehen viele Buren heute trotzdem zum Auslandsstudium nach England.

  • jede Menge Landessprachen, darunter Englisch und Afrikaans
    …um genau zu sein, elf amtliche Landessprachen: Englisch, Afrikaans, isiZulu, Siswati, isiNdebele, Sesotho, Nördliches Sotho, Xitsonga, Setswana, Tshivenda und isiXhosa. Verstehen kann man neben den üblichen Englischkenntnissen auch ein wenig Afrikaans, denn es ist eine leicht abgeänderte Form von Niederländisch. Interessant ist auch das einige traditionelle Sprachen mit Klick-Lauten gesprochen werden.

  • erster farbiger Präsident Südafrikas Nelson Mandela, Mitglied des ANC
    …wird teilweise wie ein Gott verehrt und ist an allen Ecken und Enden omnipräsent.

  • Frederik Willem de Klerk, vorheriger Amtsinhaber und Mitglied der National Party
    …dem habe ich nichts hinzuzufügen.

  • Robben Island, die Gefängnisinsel vor der Küste Kapstadts
    …eine DER Touristenattraktionen in Kapstadt. Touren müssen lange im Voraus gebucht werden. Auf der Insel herrscht eine Kaninchenplage.

  • Bloemfontein, fünfgrößte Stadt und Sitz des Obersten Gerichtshofes
    …verschrien als langweiliges und spießbürgerliches Nest. Dem kann ich nicht beipflichten, es war immer etwas los. Man musste nur wollen, die Lust und die nötige Kraft dazu haben.

  • schlechte Straßen
    …also wie ich auf den Punkt gekommen bin ist mir schleierhaft. Die Straßen sind zum Großteil in einem guten Zustand. Lediglich ein paar Straßen in abgelegene Gebiete sind holprig. Das ist bei uns allerdings nicht anders.

  • extreme Unterschiede in den Lebensverhältnissen zwischen Arm und Reich
    …aber hallo!

  • hohe Arbeitslosigkeit
    …davon ist der Großteil Schwarz oder Farbig. Angeblich gibt es mittlerweile ein Gesetz welches besagt, dass min. 51 % der Angestellten Schwarze sein müssen. Leider habe ich keine offizielle Quelle für diese Annahme gefunden.

  • hohe Kriminalitätsrate
    …auch wenn man es nicht wahrhaben möchte aber die Angst in Südafrika Opfer von Kriminalität zu werden ist allgegenwärtig. Das kommt nicht von ungefähr. Während unseres knapp 5 Monate dauernden Aufenthaltes, wurde zweimal versucht uns das Handy bzw. Portemonnaie zu klauen und einmal wurden vier Schüsse auf uns abgefeuert.
    Nachts wird auch gern bei rot über die Kreuzung gefahren, da ein Stoppen an der Ampel zu gefährlich wäre.

  • Big Five (ähm Elefant, Giraffe?, hust…Nilpferd?…)
    …selbstverständlich sind das …*hüstl*…Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe, Leopard.

  • Malariatabletten sind billiger als in Deutschland
    …wenn man die richtige Bezugsquelle hat schon aber auch sonst sind Medikamente im allgemeinen günstiger als in Deutschland.

  • Rand ist die offizielle Währung
    …und 1 EUR = 10,384 Rand (Stand 23.01.07)

  • der ANC (African National Congress) wurde in Bloemfontein gegründet
    …100 Punkte!

  • in den Townships am Rande der großen Städte wohnen die Armen
    …und nicht nur die großen Städte haben ihre Townships. Oft leben mehr Menschen in den Townships als in der eigentlichen Stadt.

  • „Pata Pata“ ist ein toller südafrikanischer Song
    …von Miriam Makeba. Sie lebte 30 Jahre lang im Exil weil sie sich offen gegen die Politik der Apartheid aussprach. 1990 kam sie auf Bitten Mandelas wieder zurück und lebt nun in Johannesburg.

  • Kaffer(n), Schimpfwort gegenüber der schwarzen Bevölkerung
    … der Gebrauch ist heute in Südafrika und Namibia verboten. Mir ist es nur einmal begegnet und das direkt nach dem Schuss“wechsel“.

  • zu hohe Aidsrate
    …in der unserer Uni hingen überall Plakate die vor HIV warnen. Bei einer HIV Rate von ca. 21,50 %[1] kein Wunder. Allerdings liegt die Aidsrate in Swasiland fast doppelt so hoch. Damit ist Swasiland das Land mit der höchsten Aidsrate der Welt.

  • Fußball ist der Sport der “Schwarzen”, Cricket und Rugby der “Weißen”
    …stimmt! Nur wenige Weiße verirren sich zu den Spielen Schwarzer Fußballmannschaften – gerne wird Fußball von den Weißen auch als Sport für „Pussys“ bezeichnet. Doch auch beim Rugby sieht es nicht anders aus. Auf 40.000 Zuschauer kommen dort vielleicht 300 Schwarze.

  • tolle Natur
    …das liegt ja wohl eindeutig im Auge des Betrachters. Ich fand es dennoch spektakulär und teils atemberaubend. Vor allem die Sonnenuntergänge sind einmalig…obwohl, einmalig ist das falsche Wort, eher einzigartig.

  • 2010 Fußball WM (übrigens auch in Bloemfontein)
    …in Anbetracht der Sicherheitslage auf den Straßen und den riesigen Bauvorhaben mache ich mir da ernsthaft Sorgen.

  • Spinnen, Schlangen….aaaaaaargh
    …was soll ich dazu noch sagen. Dort sah ich die wohl größte Spinne meines Lebens und die war auch noch giftig und konnte gute 2 m springen!

    Hinzufügen sollte ich allerdings auch…

  • Die Südafrikaner, gleich welcher Hautfarbe sind sehr gastfreundlich und offen. Häufig wird man angesprochen oder auf einen Braai eingeladen ohne den Gastgeber wirklich zu kennen.
  • Große Einigkeit zwischen Schwarz und Weiß herrscht auch nach gut 14 Jahren Apartheidsende nicht und wird wohl auch noch lange Zeit brauchen.
  • In Südafrika geht alles etwas gemächlicher zu, wer in die Autowaschanlage will, der sollte schon mal 2 h einplanen.
  • Auch hier kann man frieren, was ich häufig am eigenen Leibe spüren musste. Nicht selten fallen die Temperaturen nachts unter 5 Grad. So vieles gäbe es noch was zu erwähnen wäre. Wer’s genau wissen will der kann mich gerne fragen.

[1] Quelle: CIA World Factbook – Version Dezember 1, 2007





„…my friend has been shot!“

24 12 2007

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Seit gestern weile ich wieder sicher in Deutschland aber eine Geschichte gibt es noch, die ich erzählen möchte.

Wieder einmal waren wir bei Rudi zum Braai eingeladen geworden. Das hieß für gewöhnlich Massen von Fleisch grillen, Rugby schauen und die ein oder andere Flasche Alkohol leeren. Das dieser Abend anders werden sollte, konnte jedoch niemand von uns ahnen.

Bis kurz vor 1 Uhr nachts verlief alles wie gewohnt. Die Fleischberge waren vernichtet, der Alkohol zirkulierte durch den Blutkreislauf und das Gefühl der langsam einsetzenden Müdigkeit sagte einem, dass es Zeit wird nach Hause zu gehen.

Wir saßen zu siebent in Rudis Wohnzimmer. Einem typisch südafrikanischen Wohnzimmer. An der Wand hängt ein ausgestopftes Wildtier. Die großen Fenster sind mit Gittern geschützt und die Wände, in sanftem Gelb gehalten, wirken beruhigend. Rudi, dessen Aussehen einem großen bärtigen Teddybären ähnelt, hatte vor zwei Minuten die Hintertür seines Hauses geschlossen, was er für gewöhnlich nicht macht, denn er wollte jetzt noch ausgehen. Im Hintergrund tönte Musik aus der Anlage. Mein Kopf dachte nur noch an Schlaf, bis ich plötzlich von einem lauten Knall aus meinen Gedanken gerissen wurde.

Ich hatte keinen Ballon gesehen, der hätte platzen können und wunderte mich. Ich schaute nach rechts zum Fenster und konnte von der Couch, auf der ich saß, eine Gestalt am Gitter erkennen. Von nun an verlief alles rasend schnell. Die männliche Gestalt am Fenster rief etwas in einer Sprache, die ich nicht verstand. Er hatte sich ein weißes Laken, das als Maske diente, um den Kopf gebunden. Nur ein Spalt für die Augen war noch frei. Nun wusste ich auch woher der laute Knall kam, in einer seiner schwarzen Hände hielt er eine Handfeuerwaffe. Er zielte auf uns und zögerte nicht davor erneut abzudrücken.

Ich spürte wie das Adrenalin bei jedem Herzschlag stärker in mein Blut gepumpt wurde und hatte das Gefühl in Zeitlupe zu handeln. Ich schnellte von der Couch auf, auf der ich mit Jan und Marius gesessen hatte und machte einen weiten Satz in Richtung des dunklen Flurs. Dabei schaute ich zum Fenster und sah wie die Gestalt in meine Richtung, in der auch Kenny und Gustav saßen, zielte. Erneut fiel ein Schuss mit einer ohrenbetäubenden Entladung.

Kurz vor dem Flur angekommen, warf ich mich auf den Boden und robbte den letzten Meter aus der Schusslinie. So vieles schoss mir in diesem Moment durch den Kopf. Es war schwierig meine Gedanken sinnvoll zu ordnen. Ich schaute zurück zum Wohnzimmer, wo sich Jan gerade von der Couch auf den Boden rollte. Marius saß wie gelähmt da. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, es seien sicher nur Platzpatronen. Doch dann sah ich Kenny. Sein Arm war voller Blut und ein Gedanke fräste sich tief durch meinen Kopf: „Wir werden heute hier sterben.“

Im Flur versuchte ich wieder klar zu denken, was in solch einem Moment alles andere als leicht ist. Meine Schläfen pochten. Problematisch war, ich kannte mich weder in Rudis Haus aus noch wusste ich, wo es Möglichkeiten zum Herein- und Herauskommen gab, auch über die Zahl der bewaffneten Räuber war ich mir nicht im Klaren. Zu viele Unbekannte.

Ich versuchte mich zu besinnen. Was hat mich meine langjährige „Counter-Strike“ und „Day of Defeat“- Ausbildung gelehrt? Dunkle Stellen nutzen, geduckt an der Wand entlang schleichen und etwas zum Schlagen oder Stechen suchen. Ein Duckjump war hier fehl am Platze. Ich schlich also, ohne Wissen, wie viele Täter sich um oder im Haus befinden könnten, in Rudis Schlafzimmer. Vorbei an Kenny, der sich hinter eine Tür gestellt hatte, um dem Angreifer so zu überraschen.

Das Schlafzimmer war dunkel, die Vorhänge verdeckten ein großes vergittertes Fenster. Es gab weder eine Möglichkeit heraus- noch um hereinzukommen. Ich legte mich so flach es eben ging direkt unter das Fenster, um dem Angreifer nicht die Möglichkeit zu geben, durch das Fenster auf mich zu schießen. Ich fand auch eine Eisenstange, die ich im Notfall als Waffe verwenden wollte. Nach und nach trafen die anderen im Schlafzimmer ein. Kenny hatte einen glatten Durchschuss am Arm, die anderen waren wie durch ein Wunder unverletzt geblieben.

Kenny versuchte 1.08 Uhr die Polizei zu rufen, während wir darauf hofften, dass die Beamten schnell vor Ort sein würden. Doch Kenny hatte die Nummer vergessen! Rudi kam zur Stelle und wählte die Nummer. Aufgebracht machte er den Leuten am Telefon klar, dass wir dringend Hilfe bräuchten. Uns wurde mitgeteilt, dass bald ein Streifenwagen vor Ort eintreffen soll. Das Warten auf die Polizei war nervenaufreibend. Wir wussten weder ob die Täter über alle Berge sind, noch ob sie sich im Haus aufhielten.

Als nach 20 min noch immer kein Streifenwagen eingetroffen war, rief Rudi 1.28 Uhr erneut an. Zorniger denn je machte er dem Beamten unmissverständlich klar, dass wir sofort Hilfe brauchen. „My friend has been shot!„. Wieder gute 20 min später, um 1.48 Uhr traf dann endlich die Polizei ein. Sechs Polizisten mit Maschinengewehren, Handfeuerwaffen und schusssicheren Westen sicherten dürftig den Tatort. Kenny wurde währenddessen von den Sanitätern verarztet.

Im Wohnzimmer sah ich, dass das Projektil die Couch, auf der Nancy gesessen hatte, durchschlagen hatte. Hätte sie 10 cm weiter rechts gesessen, der Schuss hätte sie nicht verfehlt.

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Rudis Laptop und Kennys Geldbörse hatten die Täter mitgehen lassen und dafür waren sie bereit Menschen zu töten. Unbegreiflich.

Die Verhaltensweise der Polizisten zeigte uns, dass dies hier Alltag ist und wir eigentlich froh sein sollten, dass wir noch leben. Sie rechneten uns keine großen Chancen aus, den Täter zu fassen. Auch meinten sie, dass dies nie die Tat eines Einzelnen sei. Sie würden sich noch mal melden, wegen Tathergang und so. Unnötig zu erwähnen das dies nicht geschehen ist.

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Noch immer aufgelöst und unter Schock brachte uns Marius nach Hause. Dort verriegelten wir alle Türen, Fenster, zogen die Vorhänge zu und gingen ins Bett.

Eine echte südafrikanische Erfahrung!

Den Montag darauf kam die für uns verantwortliche Universitätsangestellte aufgelöst zu unserer Wohnung. Warum wir ihr nicht davon erzählt hätten. Wir hätten sie anrufen sollen, sie hätte uns geholfen. Ah ja, interessant und wie? Aber woher konnte sie das alles wissen? Natürlich, es stand in der Zeitung. Da wird eine beim Vorfall nicht anwesende Person interviewt und zitiert und unsere vollen Namen, sowie das wir deutsche Austauschstudenten an der CUT sind, abgedruckt. Bravo! Warum nicht gleich noch unsere Adresse und Telefonnummern veröffentlichen?! Die Täter werden sich bedanken für so viel mediale Hilfsbereitschaft.

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Südafrika hat noch einen beschwerlichen Weg vor sich. Das Land ist alles andere als sicher. In vier Monaten wurde zweimal versucht uns das Handy zu klauen und besonders diese Geschichte zeigt, dass man sich nirgendwo sicher fühlen kann. Es wird in Kauf genommen Menschleben für eine Geldbörse oder Laptop aufs Spiel zu setzen. Ohne Vorankündigung wird direkt geschossen. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist so groß, dass die Armen nichts mehr zu verlieren haben. Anders sind solche Taten nicht zu erklären.

Wie Südafrika ein gutes und sicheres Gastgeberland für die WM 2010 sein will, ist für mich fraglich.





Auf Klassenfahrt in Namibia – Botswana – Zimbabwe

17 12 2007

Da bin ich wieder! Zurück von einer Tour mit Klassenfahrtcharakter durch das südliche Afrika. Die letzten 16 Tage hatten es ganz schön in sich. Thüringer Bratwurst, Maul- und Klauenseuche, Taranteln, Sonnenbrand bei 40 Grad, Sand im Mund, Moskitos und ein verrückter Pfarrer.

Mit einem Overland-Truck und 23 anderen Verrückten ging es durch Namibia, Botswana und Zimbabwe (und kurz nach Zambia). An Board des Trucks herrschte ein bunter Nationalitätenmix . Südkoreaner, Mexikaner, Australier, Neuseeländer, Japaner, Schweizer, Portugiesen, Kenianer, Amerikaner und wir.

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Wir stiegen in Namibia, besser gesagt in Swakopmund in die Tour ein. Swakopmund, so behaupten einige böse Zungen, sei wohl deutscher als so manche Stadt in Deutschland. Die Stadt liegt an der Sandwüste Namib und noch dazu am Meer. Anfang des 20. Jarhunderts war sie der Haupthafen der deutschen Kolonialverwaltung im damaligen Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika und Haupthafen für Einwanderer aus Deutschland.

Noch heute sprechen viele Einwohner Swakopmunds deutsch und sie zeigen nicht ganz ohne Stolz ihre Herkunft. Hier gibt es Thüringer Bratwurst, Dresdner Christstollen und deutschsprachige Zeitungen. Von den heißen Temperaturen, dem Sand auf der Straße und den Dünen am Horizont mal abgesehen, könnte man wirklich meinen, man ist in der Heimat.

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Einen besonderen Ruf genießen die Action-Aktivitäten die hier angeboten werden. Auch wir ließen uns nichts entgehen. Zuerst ging es auf eine Quadbike-Tour durch die Namibwüste. Mit 100 km/h über hohe Dünen zu brettern, das ist schon ein einmaliges Gefühl. Auch Sandboarding probierten wir aus. Man legt sich kopfüber auf ein Brett und rutscht die zum Teil hundert Meter hohen Dünen hinab. Sand im Mund inklusive. Schön wie das knirscht! Da spart man sich einmal Zähneputzen.

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Das so eine Tour kein Zuckerschlecken ist, wurde uns schnell bewusst. Der Tagesablauf lässt sich so zusammenfassen. 4.30 Uhr aufstehen, im dunkeln Zelt abbauen, Taschen packen. Frühstück fassen. Geschirr abwaschen und so lange trocken wedeln bis kein Tropfen Wasser mehr an ihnen haftet. Aufgrund von Hygiene und Keimen wurde auf Abtrockentücher verzichtet. Denn wenn 24 Leute, bei 16 Tagen Tour, 3 mal am Tag Geschirr abtrocknen, dann kann man sich vorstellen was für ein bakterieller Mikrokosmos auf den Handtüchern entsteht. Dann auf zur stundenlangen Fahrt. Ankunft auf dem Campingplatz. Zelt aufbauen einräumen, Lunch und den Rest des Mittags und Nachmittags bei 40 Grad im Schatten kräftig aus allen Poren schwitzen. Abends Essen vorbereiten, Essen fassen, Geschirr trockenwedeln, mit Mücken Repellents einschmieren, Anti-Malariatablette einnehmen, mit den anderen am Lagerfeuer sitzen und dann todmüde ins Bett fallen.

Um die anfallenden Arbeiten fair zu verteilen wurden wir in drei Gruppen eingeteilt, die alle vier Tage wechselnde Aufgaben zu erledigen hatten. Dazu zählte:

  • Kochdienst. Essen vorbereiten und Gemüse schnippeln. Wir hatten zwar einen toureigenen Koch aber bei 24 Leuten hätte der wohl ewig Kartoffeln geschält.
  • Abwaschdienst. Die Töpfe und Pfannen abwaschen und trockenwedeln
  • Security. Wenn man in einer Stadt hielt, dann mussten immer Zwei im Bus bleiben und auf die Wertsachen aufpassen. Zusätzlich auch noch Bus reinigen und das Zelt des Kochs auf und abbauen.

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Von Swakopmund ging es weiter in den Norden Namibias, der wesentlich grüner und bewachsener ist als der trockene Süden. Dennoch war es zum Teil unglaublich heiß. Um jeden Zentimeter Schatten wurde gekämpft. Da in einigen Gebieten Namibias Maul- und Klauenseuche herrscht, hieß es für uns gelegentlich anhalten um durch ein Desinfektionsbecken zu steigen.

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Dann ging es nach weiter nach Botswana. Das hieß freilaufende Elefanten, Löwen, Büffel und die gefährlichsten Tiere Afrikas – Flusspferde bzw. Hippos. In Botswana verbrachten wir zwei Nächte im Okavango Delta. Einem 15.000 km² großen und sumpfigen Binnendelta. Die Einheimischen brachten uns dort in Mokoros (Boote) an einen abgeschiedenen Platz in der Wildnis.

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Am letzten Abend im Delta sangen und tanzten sie für uns als plötzlich aus dem Nichts eine Baboon-Spinne auftauchte. Eine sehr große und aggressive Tarantel. Die mehrere Meter weit springen kann. Mit ihrem Gift kann sie Menschen gefährlich verletzten. So viel zu meiner Spinnenphobie. Als wäre das nicht genug, kam auch noch eine Zweite hinzu. Auch die Einheimischen waren ängstlich, konnten aber durch Geschick den beiden Spinnen ein Ende bereiten. Bravo!

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Was unsere Mitreisenden betrifft, so gab es unter ihnen ausgesprochene Perlen. Da hätten wir Fernando, den Mexikaner und Politikwissenschafts-Student. Immer interessiert an fremdsprachigen Flüchen und Schimpfwörtern. Yeong den Südkoraner, in dessen Heimat eSport so populär ist, das die eSportler wie Popstars gefeiert werden. Durch unserer Hilfe kann er jetzt einen lebenswichtigen Satz auf sächsisch. „Gannst de mir ne Fettbemme schmiern?“ und last not least Barnim „the Barmen“ der Pfarrer. Der jetzt nach einem Burnout-Syndrom das Leben neu entdeckt. Trinken, rauchen und immer einen markigen Spruch in gebrochenem Englisch auf den Lippen. Beispiel gefällig? Bei einem Fünf-Minuten-Stopp in einer Stadt sagte uns ein Guide, wir sollten nicht aussteigen ansonsten würde er sich uns vorknöpfen. Barnim darauf zu ihm: „My english is very bad but have clearly understand that we have one hour time to drink a cappuccino.

Von Botswana ging es direkt nach Zimbabwe. Das Land steckt seit einigen Jahren in der Krise. Weiße Farmer werden aus dem Land getrieben oder gar getötet. Im April 2006 hatte das Land mit 1042,9% Jahresinflation[1] die höchste Inflationsrate der Welt. Zimbabwe Dollar haben daher nur noch einen geringen Wert. Ich tauschte rund 6 EUR um und bekam ein riesiges Bündel Geldscheine – 11 Millionen Zimbabwe Dollar. Die Straßen sind voll von bettelnden Menschen. Man wird nach Kleidung oder ausländischer Währung gefragt. Geld auf dem Schwarzmarkt zu tauschen ist streng verboten. In den Shops findet man fast nur leere Regale.

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Unsere letzte Station auf der Tour war Victoria Falls. Man konnte kaum einen Fuß auf die Straße setzen, schon schwirrten unzählige Bettler um einen herum. Kinder, Frauen, alte Männer. Jedem etwas zu geben wäre unmöglich gewesen.

Die Victoria Fälle zu besichtigen sollte das Highlight unserer Tour werden. Die seit 1989 zum Weltnaturerbe zählenden Fälle sind ca. 110 m hoch. Ihren bis zu 300m hohen Sprühnebel kann man sogar noch in 30 km Entfernung sehen. Der Eintritt kostete 20 US Dollar also gute 22 000 000 Zim Dollar.

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Die Nacht verbrachten wir zur Abwechslung mal in einem 12 Personen Schlafsaal, in dem aufgrund des schlechten Wetters nun aber 15 Personen Unterschlupf fanden. In dem Saal wimmelte es nur so vor Moskitos, also schnell von oben bis unten mit dem Repellent eingesprüht. Am Morgen gab es für einige das böse Erwachen. Mit Moskitostichen übersäte Leiber lagen da, geschunden von den kleinen Plagegeistern. Jan hatte sich zwar ordentlich mit Autan™ eingecremt, das Gesicht jedoch vergessen. Dementsprechend gepunktet sah er auch aus. Wie ein Streuselkuchen frisch aus dem Backofen. Nur nicht so gut duftend.

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Unsere Rückreise per Fugzeug und Bus verlief relativ unspektakulär. Das einzig interessante daran ist, dass wir zum Airport nach Zambia mussten. Der fünfte Grenzübertritt auf unserer Tour.

Zurück in Bloem sind wir nun wieder um eine Menge Erfahrungen reicher. So viele Nationalitäten und Kulturen unter einem Dach, das ist begeisternd, auf Dauer aber auch strapaziös.

Meine abschließende Erkenntnis lautet also: Traue keinem Pfarrer beim Poker spielen! Amen.
[1] http://www.n-tv.de/667075.html





Unterwegs

28 11 2007

 

So, auf zur letzten Tour. Die nächsten 18 Tage sind wir unterwegs in Namibia, Botswana, Zimbabwe und Sambia. Danach geht’s an gleicher Stelle weiter. Ich werde euch vermissen ;)





Junge Alte

24 11 2007

Es gibt Veranstaltungen mit Säälen voller Teenies, Alkopops und jungen Burschen, lauter Musik und zu schlecht gekleideten Menschen. Meist steht man nur dumm in irgendeiner Ecke rum, fühlt sich zu alt und fragt sich was man hier eigentlich tut.

Doch was soll man dazu sagen? Gestern Abend wollten wir zum Konzert eines bekannten Afrikaans Liedermachers (Koos Kombuis). Doch am Einlass wurde je ich als gestoppt. Während die anderen ungehindert reinkamen hieß es für mich: „Your ID please!”. Ausweis, wofür?! „You are not old enough“. Bitte?! Ähm…Danke! Obwohl ich der Älteste unserer Gruppe war, sehe ich laut Türsteher aus wie knappe 20, sprich nicht alt genug für solch eine Veranstaltung. Dank Nancys Überredungskünsten ließ er mich doch passieren. Ich sehe es als Kompliment.

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Das ich gealtert bin, ist doch
deutlich zu erkennen!

Das bringt eben ein Leben ohne Exzesse, Drogen und Alkohol so mit sich.





In Bildern

23 11 2007

Bloemfontein. Für viele Einwohner der Inbegriff von Langeweile. Dem kann ich nicht zustimmen. Sobald man das Haus verlässt sieht und erlebt man ständig spannende Dinge. Vielleicht nicht immer positiv aber interessant. Hier eine kleine Auswahl von Momentaufnahmen.

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Schnippelmeister

23 11 2007

Das Semester an der CUT ist so gut wie vorbei. Das wir neben dem Braaien und Reisen auch feste studieren, beweist dieser Eintrag. Gestern war der Termin für die Abgabe unseres letzten Projektes für „Language of Advertising“.

Aufgabe war es, ein Produkt zu designen oder für einen Event zu werben. Natürlich sollte die Entscheidung für ein Design auch gut begründet werden.

Meine Wahl viel auf eine Werbung für den FIFA World Cup 2010, der ja bekanntlich in Südafrika stattfindet. Für den informierten Leser sicher keine Neuigkeit aber einige Spiele werden auch hier in Bloemfontein ausgetragen. Wahnsinn!

Die Stadt besitzt einen einzigartig hässlichen Bau. Das „Sand Du Plessis“ Gebäude mit dem zusammenhängenden „Andre Huguenet“ Theater. Angeblich hat der Bau des Hauses 60 Millionen Rand gekostet, wofür sicher kein einziger Rand für Ästhetik ausgegeben wurde.

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Nichtsdestotrotz habe ich dieses Gebäude als Model nachgebaut und mit einer großflächigen Werbung überzogen.

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So sollte es aussehen…

…und das ist dabei rausgekommen

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Das ganze Geschnippel, Gedrucke, Geleime, Geschneide, Gestalte und Gefummel hat mich zwar jede Menge Zeit gekostet, dennoch bin ich recht stolz auf das Resultat. Sicher, es ist nicht maßstabsgetreu aber dennoch frage ich mich warum ich so selten bastle. Hat es doch meditatives. Man kann in sich kehren und dazu beruhigt es noch ungemein.

Über Sinn und Unsinn lässt sich streiten, ich hatte auf jeden Fall Spaß beim basteln.
In diesem Sinne – Leim ab!





Der goldene Käfig

19 11 2007

Bei einem kurzen Ausflug nach Johannesburg, hatten wir vergangenes Wochenende die Gelegenheit die Stadt zu besichtigen. Ehrlich gesagt hatte ich vor meiner Reise nach Südafrika nicht gerade große Lust Joburg zu besichtigen. Gilt sie doch als gefährlichste Stadt der Welt. Ständig liest man von Car-Hijacking, Raubüberfällen und das die Zahl der Morde die der tödlichen Verkehrsunfälle übersteigt. Warum also hier herkommen?

Die Menschen in Südafrika leben in ständiger Angst. Vornehmlich die weißen Südafrikaner. Man verschanzt sich hinter riesigen Mauern mit Stacheldraht oder Elektrozäunen, hat die modernsten Sicherheitssysteme eingebaut und zu Fuß geht man überhaupt nicht. Vor den Wohngebieten stehen Sicherheitsbeamte, sie kontrollieren wer ein und aus fährt. Natürlich setzt diese Lebensweise ein bestimmtes Einkommen voraus. Wer nicht genug Geld in den Taschen hat, der muss mit weniger Zaun, weniger Draht und weniger Sicherheit leben.

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Einige Beispiele:

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Niemandem wird vertraut. In einigen Geschäften in Johannesburg werden Produkte die man kaufen möchte, in einem Käfig verschlossen. Zu viele negative Erfahrungen mit Diebstählen.

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Auf den Nationalstraßen nahe der Townships warnen Schilder vor gefährlichen Objekten auf der Straße. Nachts liegen dort häufig Gegenstände auf der Straße, die die Autofahrer zum Anhalten zwingen. Nicht selten wird man dann Opfer eines Raubüberfalls.

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Selbst die Ausfahrten der Einkaufszentren sind durch ein Nagelbett gesichert.

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist riesig. Während ein Teil der Bevölkerung Südafrikas im golden Käfig wohnt (nicht ausschließlich Weiße), lebt der andere Teil in den Townships. Das ist meist eine riesige Anzahl von ungeordnet gebauten Wellblechhütten oder Bretterbaracken, die zur Zeit der Apartheid für die schwarze Bevölkerung eingerichtet wurden. Die Lebensverhältnisse dort sind mehr als miserabel. Strom gibt es nicht überall, auch sauberes fließendes Wasser ist eine Seltenheit.

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Die Menschen dort leben am Rande des Existenzminimums. Arbeitslosigkeit, Hunger und der Alkohol treiben einige der Bewohner in die Stadtzentren der großen Städte. Dort geschehen dann die Verbrechen, von denen fast jeder Weiße erzählen kann. Kaum einer ist dabei der nicht einen Freund, einen Angehörigen oder Bekannten durch Mord verlor. Viele waren selbst schon Opfer. In jedem Schwarzen wird ein möglicher Täter gesehen. Man geht sich aus dem Weg.

Man erntet das, was man sät. Nach mehr als 40 Jahren Unterdrückung der Schwarzen und Farbigen während der Apartheid sind viele jetzt bereit sich das zu nehmen, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht. Das stürzt bestimmte Teile Südafrikas schon jetzt ins Chaos. Die Stadtzentren der Metropolen, früher Dreh- und Angelpunkt der Wirtschaft, sind jetzt oft wie leergefegt. Durch die andauernde Kriminalität haben sich viele Unternehmen aus den Stadtzentren zurück gezogen. Die Gebäude stehen oft leer. Auch die Bewohner der Innenstädte hält dort nichts mehr. Man zieht in die Vororte, weit weg vom gefährlichen Stadtzentrum und dem ebenso gefährlichen (für Weiße) Township.

Man fühlt sich gegenüber der Gewalt machtlos. Die überwiegend schwarze Regierung ist in ihrem Handeln stark eingeschränkt. Korruption und Bestechung bestimmen das Handeln. Vor Jahren versprach man, das den Schwarzen bald besser geht und man genauso leben kann wie die Weißen. Alle sollten ihre eigenen Häuser bekommen. Mit diesen leeren Worthülsen traf man bei der ungebildeten Bevölkerung, im wahrsten Sinne des Wortes, direkt ins Schwarze. Da dies bis jetzt nicht eintraf, fühlen sich viele Schwarze von der Obrigkeit im Stich gelassen. Ganz zu schweigen von den Weißen, die von einer schwarzen Regierung nichts erwarten.

Dennoch fühlt man an manchen Orten eine Aufbruchstimmung in eine rosige Zukunft, doch größtenteils spürt Resignation. Besonders in den großen Städten wie Johannesburg. Was die Zukunft bringen wird weiß keiner, doch sicher ist, dass sich noch viel ändern muss um im gegenseitigen Einklang und vor allem in Sicherheit leben zu können. Ein langer und schwerer Weg liegt vor den Südafrikanern.





Rücksichtslose Bordsteinkanten

9 11 2007

Glücklicherweise habe ich Ersatz gefunden. Ersatz für mein geliebtes Canyon Iowa. So konnte ich mich auf machen Bloem und Umgebung mit dem Rad zu erkunden.

Rad fahren in Südafrika. Das klingt sicher traumhaft, doch das ist es nur bedingt. Ständig hat mit allerlei Gefahren zu kämpfen, von Überfällen mal ganz abgesehen. Anders als in Deutschland, gibt es hier keine Fahrradwege. Man kann schon froh sein, wenn man einen halbwegs intakten Fußweg findet. Doch die sind meist mit allerlei Hindernissen versehen. Fehlende Gehwegplatten, Müll, meterhohe Bordsteine, Löcher und Glasscherben, um nur einige zu nennen.

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Wenn üblicherweise kein Fußweg zum Fahren zur Verfügung steht oder er sich plötzlich nach der nächsten Kurve in Luft auflöst, dann muss man wohl oder übel auf die Straße ausweichen. Doch Obacht! Straßen in Südafrika sind im wahrsten Sinne ein gefährliches Pflaster. Wahrscheinlich bekommt ein Großteil der Südafrikaner ihren Führerschein zur Volljährigkeit geschenkt, anders ist ihre Fahrweise nicht zu erklären. Man wird geschnitten, fortwährend angehupt, bedrängt. Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen, das scheint hier unbekannt zu sein. Ein Radfahrer hat hier auf der Straße nur so viel zu suchen, wie ein Hamster in einer Mikrowelle. Aus diesem Grund sieht man auch nur äußerst selten andere Radfahrer (oder die wurden schon alle überfahren).

Doch wenn man erst einmal abseits der Straße angelangt ist und noch lebt, dann ist es wirklich traumhaft. Unberührte Landschaften, vorbei an Giraffen, Straußen und seltsamen „Riesenhamstern“.

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Aufpassen sollte man dennoch. Denn es gibt auch zwei die sich nicht ganz vertragen.

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…und noch ein paar Impressionen…

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Da wird sogar René Tann neidisch.





Bafana Bafana!

26 10 2007

Als wir erfahren hatten das in Bloem die Fußball-Nationalmannschaften von Südafrika und Sambia in einem Finale aufeinandertreffen, hieß es für uns „nichts wie hin“.

Fußball in Südafrika, das ist so eine Sache, ist es doch fast ausschließlich ein schwarzer Sport. Überall wird davor gewarnt alleine zu Spielen zu gehen. Die Rate von Gewaltdelikten bei und nach Fußballspielen ist höher als bei anderen Sportveranstaltungen. Vor allem für Weiße ist es im Stadion nicht wirklich sicher. Aus diesem Grund verzichteten wir darauf Handys, Geld und Fotoapparate mitzunehmen. Spätestens nach dem ich die singenden und tanzenden Fans von Südafrika gesehen hatte, bereute ich es keine Fotos schießen zu können.

Im Laufe des Spiels wurde es immer kälter. Ich dachte ich bin in Südafrika, hier muss es doch warm sein. Nichts da! Doch diesmal hatte ich, anders als bei unserer Ankunft in Bloem und dem ersten Rugby Spiel, vorgesorgt und mich dick eingepackt. Es fehlt nur noch das hier im Sommer schneit. Die globale Erderwärmung lässt grüßen.

Das Spiel an sich war relativ unspektakulär. Nach 90 Minuten stand es noch immer 0:0. Daraufhin ging es direkt ins Elfmeterschießen, was Südafrika mit 4:3 für sich entscheiden konnte. Die wenigen Zuschauer (ca. 3000)  waren aus dem Häuschen und wir um eine Erfahrung reicher.